24.10.2016

Tourismuswirtschaft legt Positionspapier zur Steigerung der touristischen Attraktivität Dresdens vor

Marc Arendt, Johannes Lohmeyer, Thomas Gaier, Rolf-Dieter Sauer (von links) im Italienischen Dörfchen Dresden
Marc Arendt, Johannes Lohmeyer, Thomas Gaier, Rolf-Dieter Sauer (v.l.) im Italienischen Dörfchen Dresden

Die Dresdner Tourismuswirtschaft befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation. Auf Grund der sinkenden Gäste- und Übernachtungszahlen bei gleichzeitig steigender Zahl an Übernachtungsmöglichkeiten ist es dringend erforderlich, Maßnahmen zur Steigerung der touristischen Attraktivität Dresdens zu ergreifen. „Wir haben mit allen Akteuren des Dresdner Tourismus die wesentlichen Anforderungen unserer Branche zusammengefasst. Sie bilden eine gute Grundlage für weitere Gespräche mit der Politik. Zu diesen sind wir jederzeit bereit“, sagt der TVD-Vorsitzende Johannes Lohmeyer. Eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern von  Tourismusverband Dresden e.V.,  Dresdner Hotel Allianz, DEHOGA Sachsen - Regionalverband Dresden e.V. und  Tourismus-Ausschuss der IHK Dresden – hat sich intensiv mit den Problemstellungen und Herausforderungen beschäftigt und ein Positionspapier erarbeitet. Darin schlägt die Arbeitsgruppe die nachfolgend genannten Maßnahmen vor.

A. Überarbeitung und Vereinfachung der Beherbergungssteuersatzung

1. Änderung der Bemessungsgrundlage

Die Mehrheit der Dresdner Hoteliers hat sich - die kritischen Anmerkungen des OVG Bautzen hinsichtlich der gestaffelten Erhebung zur Kenntnis nehmend - dafür ausgesprochen, die Höhe der Beherbergungssteuer prozentual  zu ermitteln. Der Prozentsatz muss sich am Konkurrenzaspekt und der Vergleichbarkeit mit anderen Kommunen orientieren. Dies würde den Erhebungsaufwand in den Beherbergungsbetrieben spürbar verringern und den Wettbewerbsnachteil dämpfen. Die Anpassung sollte schnellstmöglich, vorzugsweise zum 01.01.2017 erfolgen.

2. Vereinfachung des Nachweises der Steuerbefreiung für Geschäftsreisende

Für die Gewährung der Steuerbefreiung für Reisen, die ausschließlich beruflichen Zwecken dienen, sollte die entsprechende Erklärung mit Unterschrift auf dem Meldeschein ausreichen. Da der Meldeschein ein offizielles Dokument ist, können bewusste Falschinformationen geahndet werden.

3. Ausdehnung der Erhebung auf alle Beherbergungsbetriebe

Aus Gründen der Gleichbehandlung und zur Erhöhung der Steuereinnahmen müssen alle Anbieter von Gästebetten zur Erhebung der Beherbergungssteuer verpflichtet sein. Das hat das OVG Bautzen mit  Urteil vom 06.10.2016 (5 C 4/16) zur Beherbergungssteuersatzung der Stadt Dresden entschieden.

 

B. Kongressmarketing

Es müssen vermehrte Anstrengungen unternommen werden, sich um lukrative Großkongresse zu bewerben. Dies ist nur möglich, wenn die Landeshauptstadt Dresden dafür ein entsprechendes Budget bereitstellt. Die Mittel des Dresden Convention Bureau unter Beteiligung der Wirtschaft sind dafür nicht ausreichend. Dabei sind diese Mittel als Investitionen zu betrachten, die bei Stattfinden der Kongresse erhebliche Einnahmen generieren. Außerdem sind Kongresse das einzige Mittel, den unzureichenden Geschäftsreisetourismus in Dresden nachhaltig anzukurbeln.

 

C. Einführung einer Dresden BONUSCARD

Die Dresden Bonuscard in Form einer Bonus- bzw. Rabattkarte soll allen Übernachtungsgästen bei der Anreise zusammen mit einer Broschüre der enthaltenen Vergünstigungen kostenfrei an der Rezeption ausgehändigt werden. Als Teilnehmer bzw. Partner müssen gewonnen werden:

  • alle tourismusrelevanten städtischen Einrichtungen, z.B. Museen der Stadt Dresden, Zoo, Bäder, Kraftwerk Mitte
  • tourismusrelevante Einrichtungen des Freistaates, z.B. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten
  • kommunale und private Verkehrsunternehmen, z.B. Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), Sächsische Dampfschiffahrt, Stadtrundfahrtsanbieter
  • Einzelhandel
  • Gastronomie

Es ist davon auszugehen, dass die geringeren Erlöse auf Grund gewährter Ermäßigungen durch die Erhöhung der Besucherzahlen mehr als ausgeglichen werden. Bei der Planung und Einführung der Dresden Bonuscard ist darauf zu achten, dass der Investitionsbedarf minimal gehalten wird und das System unkompliziert und anwenderfreundlich funktioniert.

 

D. Vermarktung bestehender und Schaffung neuer Reiseanlässe

Um Menschen für eine Reise nach Dresden zu begeistern – unerheblich ob Übernachtungsgast oder Tagestourist – ist es sowohl notwendig, bestehende Angebote intensiver in den Fokus zu rücken, als auch neue Attraktionen zu schaffen. Darüber hinaus wäre eine zentrale Stelle sinnvoll, die für die Akquise von Großveranstaltungen, die Koordinierung von Terminen und Veranstaltungsflächen sowie als Ansprechpartner für Veranstalter zuständig ist.

Die Umsetzung der nachfolgenden Vorschläge würde die Attraktivität Dresdens als Reiseziel nachhaltig erhöhen:

  • Verstärkte überregionale Vermarktung etablierter Veranstaltungen, z.B. Internationales Dixielandfestival, Dresdner Schlössernacht, Filmnächte am Elbufer, Elbhangfest
  • Dresdner Stadtfest in Verbindung mit verkaufsoffenem Sonntag
  • Akquise von Großveranstaltungen zur besseren Auslastung vorhandener Veranstaltungsflächen, z.B. Rinne Dresden, DDV-Stadion, Messe Dresden
  • Möglichkeit zur ganzjährigen Bespielung des Königsufers
  • Eröffnung des Striezelmarktes eine Woche früher unter Berücksichtigung des Totensonntags bei gleichzeitiger Verlängerung bis 6. Januar
  • Ausschöpfung der Möglichkeiten des Sächsischen Ladenöffnungsgesetzes in Bezug auf verkaufsoffene Sonntage
  • Open Air Konzerte von Dresdner Philharmonie und Staatskapelle Dresden, z.B. Neumarkt, Großer Garten
  • Längerfristige Nutzung des Zwingers als Veranstaltungsort