08.05.2017

Beherbergungssteuer: Mehreinnahmen für Stadtmarketing nutzen

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (AF1645/17) hat die Landeshauptstadt Dresden im Jahr 2016 mit der Beherbergungssteuer mehr als 9,1 Millionen Euro eingenommen – das sind mehr als 3,1 Millionen Euro über dem, was im letzten Doppelhaushalt für das Jahr 2016 angesetzt war. Die Dresdner Hotel Allianz im Tourismusverband Dresden e.V. (TVD) und der DEHOGA Sachsen - Regionalverband Dresden e.V. fordern nun eine zweckgebundene Verwendung der Mehreinnahmen.

 

„Nun wissen wir, wie viel die Stadt den Touristen mit dieser unsäglichen Bettensteuer aus den Taschen zieht. Die Ergebnisse mit weiter sinkenden Übernachtungszahlen in Dresden kennen wir“, sagt Thomas Gaier, Sprecher der Dresdner Hotel Allianz. Die zum 1. Juli 2015 eingeführte Beherbergungssteuer schreckt massiv Gäste ab und hat maßgeblich zum Einbruch der Übernachtungszahlen beigetragen. Letzter Stand: Im Februar 2017 musste die Branche einen neuerlichen Rückgang um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften. Gerade im äußerst preissensiblen Segment der Gruppen- und Busreisen, in dem es in den Preisverhandlungen mit den Anbietern um jeden einzelnen Euro geht, fällt Dresden im Vergleich mit anderen Destinationen immer wieder „hinten runter“, berichten sowohl Reiseveranstalter als auch Hoteliers. Dadurch geht den Dresdner Beherbergungsbetrieben Übernachtungsgeschäft verloren – sowohl ans Umland als auch an andere Städte und Regionen in Deutschland.

 

Im Hinblick auf die verheerenden Auswirkungen der Beherbergungssteuer sind aus Sicht der Branche zwei Dinge umgehend zu tun:

 

1. Sofortige Senkung der Bettensteuer auf fünf Prozent des Übernachtungspreises – auch vor dem Hintergrund, dass nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen weitere Anbieter steuerpflichtig geworden sind

 

2. Alle Einnahmen, die über die im Haushalt angesetzte Summe hinausgehen, müssen ins Stadtmarketing fließen sowie in Projekte, die die Attraktivität Dresdens erhöhen, um so zusätzliche Gäste in die Stadt zu locken. Die Branche signalisiert im Gegenzug ihre Bereitschaft, sich in konkrete Vermarktungsprojekte einzubringen.

 

„Wir unterstützen die bereits eingeleiteten Vermarktungsaktivitäten. Der Germany Travel Mart 2018 (GTM) und der Ski-Weltcup im Januar 2018 sind mit einem Aufwand von 800.000 Euro positiv zu bewerten. Mit weiteren Aktivitäten müssen wir zusätzliche Übernachtungen für Dresden generieren und dem Trend entgegen wirken. Darüber hinaus hoffen wir, dass die gemeinsamen Bemühungen für eine Vereinfachung des bürokratischen Aufwandes der Beherbergungssteuer von Erfolg gekrönt sein werden“, sagt Rolf-Dieter Sauer, Vorsitzender des DEHOGA Regionalverbandes Dresden. Und Thomas Gaier von der Dresdner Hotel Allianz ergänzt: „Geschieht dies alles umgehend und ohne Lamentieren, wäre das ein faires und ehrliches Signal der Politik an die Wirtschaft und den Tourismus dieser Stadt."